Lytta vesicatoria

Cantharidin

Spanische Fliege (Lytta vesicatoria, Syn.: Cantharis vesicatoria) ist ein Ölkäfer, dessen zermalenes Pulver als Potenzmittel genutzt wird. Er enthält, wie einige andere Käfer, das Reizgift Cantharidin, welches eine Erektion bewirkt, bei Überdosierung aber leicht tödlich sein kann. Wirksame Zubereitungen der Spanischen Fliege bzw. von Cantharidin sind deshalb in den meisten Ländern verboten.

Konsum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die zu Pulver zermalene Spanische Fliege ("Cantharis") wurde oral eingenommen oder die Genitalien wurden damit eingerieben. Auf der Haut bewirkt es eine lokale Entzündungsreaktionen, Blasenbildung und Blutungen auf Schleimhäuten. Dies wird durch die Hemmung der Protein-Phosphatase-2 durch Cantharidin verursacht.

Cantharidin erhöht nicht das sexuelle Verlangen und stellt somit kein Aphrodisiakum im engeren Sinne dar. Die sich einstellende Dauererrektion wird zuweilen als unangenehm oder schmerzhaft beschrieben und langfristig kann das Mittel Impotenz fördern.

Bei Überdosierungen kann das Zentralnervensystem angegriffen werden. In Extremfällen kommt es innerhalb von zwölf Stunden zum Tod durch Lebervergiftung, Kreislaufkollaps und Nierenversagen.

andere Anwendungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gift[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cantharidin bzw. Spanische Fliege wurde seit der Antike auch schon als tödliches Gift verwendet. Der niedrigsten bekannten tödlichen Dosierungen von Cantharidin liegen bei 0,03–0,5 mg/KG (LDLo, Mensch, oral).

Homöopathie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Legale erhältlich sind homöopathische Präparate. Gemäß dem Prinzip der Homöopathie enthalten diese aber keine wirksame Dosis.

Gewürz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einigen Maghreb-Staaten, wie etwa Marokko, wird Spanische Fliege als Gewürz verwendet bzw. ist manchmal Teil der Gewürzmischung "Ras el-Hanout". Offiziell ist dies aber verboten.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Marquis de Sade wurde 1772 in Abwesenheit zum Tode verurteilt, weil er zwei Prostituierten mit Spanischer Fliege versetzte Anispastillen gegeben hatte.
  • Während Napoleons Ägypternfeldzugim Juli 1798 vergifteten sich französische Soldaten mit Cantharidin, weil sie Frösche aßen, die sich ihrerseits von den giftigen Käfern ernährten.
  • Cantharidin wirkt für einige Arten der Feuerkäfer (Pyrochroidae) als Lockpheromon. Blumenkäfer (Anthicus floralis) sammeln den Cantharidin um damit für Weibchen attraktiver zu werden.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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