Soldier's disease (engl. "Soldaten-Krankheit") oder Army disease (engl. "Armee-Krankheit") ist ein verbreiteter Drogenmythos, demnach viele Soldaten eine dauerhafte Opioid-Abhängigkeit entwickelten, weil sie im Krieg mit Opioiden als Schmerzmittel oder auf andere Weise in Kontakt kamen.

Häufig wird behauptet, dass es nach dem US-Amerikanischen Bürgerkrieg 400000 Morphin-Abhängige ehemalige Soldaten gegeben hätte, weil sie im Krieg mit Morphin bzw. Opium gegen Schmerzen behandelt worden waren. Tatsächlich wurde der Begriff "Soldier's disease" erst im 20. Jahrhunderts geprägt und ein wirklicher Anstieg der Abhängigkeiten infolge des Krieges ist nicht belegt. Die relativ unsystematischen Untersuchungen in den USA der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts deuten eher darauf hin, dass Opioide häufiger von Frauen missbraucht wurden als von Männern.

Die Behauptung wird oft auch auf andere Kriege, wie den deutsch-französischen Krieg, den Krimkrieg, den 1. Weltkrieg oder den 2. Weltkrieg, bezogen.

Lee Robins führte im Auftrag der US-Regierung systematische Untersuchungen an Heroin-abhängigen Soldaten des Vietnam-Krieges durch. Es existierte die Befürchtung, dass die vielen in Vietnam abhängig gewordenen Soldaten nach der Rückkehr in den USA eine Kriminalitätswelle auslösen würden. Tatsächlich zeigte sich aber das von den in Vietnam Heroin-abhängigen Soldaten nur noch 5% nach ihrer Rückkehr in die USA erneut eine Abhängigkeit entwickelten. Diese Funde stellen die zuweilen bis heute verbreitete Annahme, dass psychische Abhängigkeit eine lebenslange unheilbare Erkrankung sei und nur mit völliger Abstinenz behandelt werden könne, in Frage.

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