Plastikschamanismus ist eine Bezeichnung für einen vorgetäuschten Schamanismus, oft mit der betrügerischen Absicht dadurch mit angeblich schamanistischen Heilmitteln, Ritualen oder Büchern Geld zu machen oder anderweitig dadurch Vorteile zu erzielen. Plastikschamanen stehen oft in keiner tatsächlichen Verbindung zu echten Schamanen, weshalb ihnen das vorgeblich tradierte "Alte Wissen" fehlt.

Plastikschamanen richten sich meist gezielt an der schamanistischen Kultur fremde Personen (z.B. Touristen, "Weiße"), und bedienen in ihrem Auftreten die Erwartungen ihrer Kunden wie Schamanismus auszusehen hätte, weshalb sie für Außenstehende oft nur schwer von echten "Schamanen" oder Neoschamanen zu unterscheiden sind. Auffällig ist das es sich bei den Plastik-Schamanen oft, aber nicht immer, um Weiße handelt und das sie oft nicht die Sprache der Gruppe sprechen, aus der sie vorgeben zu stammen, und z.T. das wissen aus mehreren Gruppen für sich beanspruchen.

Zuweilen kann es auch zur Durchmischung mit Neoschamanismus kommen, wenn Plastikschamanen ihr vorgebliches Wissen etwa an Schüler weitergeben und diese es dann selbst in glauben an dessen schamanistischen Ursprung weitertragen.

Rituale mit Entheogenen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Drogenkontext spielen Plastikschamanen vor allem bei der Vermarktung von Ritualen eine Rolle bei denen Entheogene verwendet werden, inabesondere etwa Ayahuasca oder Kambo. Hierbei wird durch das angebliche Wissen ein ungefährlicher Umgang mit den Drogen suggeriert, auch wenn die Plastikschamanen im besten Fall nur die Kompetenz eines autodidaktischen Tripsitters mitbringen.

Bei der kommerziellen Vermarktung solcher Rituale kann es zu schwerwiegenden Interessenkonflikten kommen. Häufig werden die Zeremonien als Heilrituale angepriesen und sprechen so gezielt vulnerable Personen an, denen man aufgrund psychischer oder körperlicher Erkrankungen eher vom Drogenkonsum abraten würde. Auch liegt es im Interesse möglichst viele zahlende Teilnehmer bei solchen Ritualen zu haben, allerdings kann dann auch keine ausreichende Tripsitter-Betreuung geleistet werden, wenn etwa mehrere Teilnehmer einen Horrortrip haben.

Weiterhin steht infrage, wie kompetent Plastikschamanen beim Umgang mit Drogennotfällen sind. Das hinzuziehen von Rettungskräften stellt für eine Plastikschamanen ein großes Risiko dar, weil dann sowohl zivilrechtliche Schadensersatzansprüche als auch strafrechtliche Konsequenzen drohen können. Häufig dürfte es in solchen Fällen zu eigenmächtigen Behandlungen kommen.

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