Kykeon war ein verbreitetes antikes griechisches Getränk aus Gerste, Wasser und einigen anderen Zutaten. Im Rahmen der Mysterien von Eleusis (Initiations- und Weiheriten zu Ehren der Göttinnen Demeter und Kore beim Eleusis-Heiligtum nahe Athen) wurde Kykeon von neuen Initianten nach eintägigen Fasten getrunken bevor sie das Telesterion, den Mysterientempel von Eleusis, betraten, wobei es strickt verboten war über die Geschehnisse im Telesterion zu reden.

Über einen Zeitraum von mehreren Jahrhunderten gibt es viele Berichte von Initianten, die von überwältigenden Erleuchtungserfahrungen und Einsichten in das Leben nach dem Tod gaben. Aus der psychedelischen Gemeinde gibt es deshalb Spekulationen darüber, dass das bei der Initiation gereichte Kykeon mit psychoaktiven Substanzen versetzt war. Meist wird hierbei ein Psychdelikum, welches eine Ego-Tod-Erfahrung produziere, vermutet.

Populär wurde die These insbesondere durch das Buch The Road to Eleusis von R. Gordon Wasson, Albert Hofmann und Carl A. P. Ruck, welche über Mutterkorn als geheimer Zutat spekulierten.


Da die genaue Zusammensetzung von Kykeon unbekannt ist, werden sich diese Spekulationen wohl nie abschließend klären lassen. Bisher ließ sich ein solches "psychedelisches Kykeon" auch nicht reproduzieren.


Quellen zur Zusammensetzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seine genaue Zusammensetzung ist unbekannt, Hauptzutaten scheinen Gerste und Wasser gewesen zu sein.

Homer beschreibt in der Illias seine Zutaten als Gerstengraupen (ἄλφιτον), geriebenem Ziegenkäse und pramnischem Wein. In der Odyssee gibt die Zauberin Kirke auch noch Honig und einen Zaubertrank hinzu.

In der "Homerische Hymne an Demeter" wird der von der Suche nach ihrer geraubten Tochter erschöpften Göttin Demeter Wein angeboten. Diese lehnt ab, vermutlich weil Wein das Getränk ihres Feindes Dionysos ist, und bittet stattdessen um Kykeon aus Wasser, Gerste und Polei-Minze. Auf dieses Ereignis wird bei den Eleusischen Mysterien bezug genommen.

Problematisch bei diesen bekannten Rezepten ist einerseits die Abgrenzung zwischen dem als Alltagsgetränk verbreiteten Kykeon und dem vermuteten "psychedelichen Kykeon". Sollte letzteres tatsächlich existiert haben, so dürfte sein Herstellung vermutlich ein gut gehütetes Geheimnis des Kultes gewesen sein.


Hypothesen zu psychoaktiven Substanzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Psychedelika[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einer der Hauptgründe für die Vermutung eines Psychedelikum ist die Verbindung von Kekeon mit Wissen über den Tod und die mit Psychedelika verbundenen Nahtoderfahrungen. Hierbei muss allerdings bedacht werden, dass der Mythos der vom Hades geraubten Persephone, deren Mutter Demeter war, die Totenwelt bereits als zentralen Handlungsort hat.

Mutterkorn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Fokus der gängigen Spekulationen zur Zusammensetzung des psychoaktiven Kykeons steht häufig Mutterkorn (Claviceps purpurea), jener Pilz aus dessen Inhaltsstoffen LSD ursprünglich synthetisiert wurde.

Mutterkorn befällt Getreide und kann bei Verzehr zu einer schwerwiegenden Vergiftung, dem Ergotismus, führen. Eine von Albert Hoffmann selbst geäußerte Vermutung ist, dass sich in einem wässrigen Auszug die weniger giftigen Alkaloide Ergin und Ergometrin (Ergonovin oder Ergobasin genannt) von den nicht wasserlöslichen, giftigeren Alkaloiden trennen ließen.

Vermutlich wegen der hohen Giftigkeit des Mutterkorns haben bisher keine Selbstversuche stattgefunden, um diese These zu überprüfen. Es gab allerdings Selbstversuche mit dem Wirkstoff Ergometrin, einem Stoff der lange in der Geburtshilfe eingesetzt wurde. Es zeigte sich dabei, dass der Wirkstoff zwar psychedelische Wirkungen haben konnte, diese aber praktisch immer mit starken Nebenwirkungen wie Krämpfen einher gingen.

andere Psychedelika[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

andere mögliche Zutaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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