Desomorphin

Krokodil oder Krok (russisch крокодил) bezeichnet eine Drogenzubereitung mit dem Wirkstoff Desomorphin. Es lässt sich auf einfachen Wege aus Codein und einigen leicht erhältlichen Chemikalien herstellen[1], enthält aber zahlreiche toxische Verunreinigungen.

Bekannt wurde Krokodil vor allem nach 2010 in Russland, wo einige Krokodil-Konsumenten starke Zeichen körperlichen Zerfalls, wie schwere Gewebeschäden, Venenentzündungen und Nekrose bis zur Gangrän oder Organversagen, zeigten. Bis 2012 waren Codein-Präparate in Russland freiverkäuflich. Ab September 2013 wurde es auch vereinzelt in den USA gefunden, so in Phoenix, dem Raum Chicago und in Joliet, Illinois.

Krokodil wird vor allem von schwer Opioid-Abhängigen konsumiert, welche sich kein Heroin mehr leisten können und deshalb zu diesem billigen Substitut greifen und es z.T. selbst herstellen. Deshalb wird Krokodil auch die "Droge der Armen" genannt. Hierbei werden enorme gesundheitliche Schädigungen in Kauf genommen, die durch die Verunreinigung beim Herstellungsprozess entstehen.

Gesundheitsschäden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grund für die starke Toxizität ist nicht der Wirkstoff Desomorphin sondern die Nebenprodukte. Durch die amateurhafte illegale Herstellung über Codein, Iod und roten Phosphor wird das Endprodukt unrein und reich an stark toxischen und ätzenden Nebenprodukten. Bei Injektion führen diese Nebenprodukte zu schweren Gewebeschäden, Venenentzündungen und Nekrose bis zur Gangrän oder Organversagen. Irreversible Schädigungen (neurologische Veränderungen, Nierenschäden, Gefäßschäden) können bereits bei der ersten Verwendung entstehen.

Laut Aussage der Anti-Drogen-Initiative Stadt ohne Drogen in Jekaterinburg ist Krok so aggressiv toxisch, dass die durchschnittliche Überlebensdauer von Konsumenten nach Beginn des regelmäßigen intravenösen Konsums gerade noch ein Jahr betrage.

Die Droge wird in Russland Krokodil genannt, da an der Injektionsstelle oft eine grünliche Verfärbung der Haut auftritt, die an eine Krokodilhaut erinnert.

Legalität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Desomorphin ist in BtMG Anlage I gelistet und damit stellen alle Zubereitungen mit Desomorphin in Deutschland ein illegales Betäubungsmittel dar.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Referenzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verwandte Drogen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Opioide (Kategorie)
Wechselwirkung Vertreter Häufige Wirkstoffgruppe
Opioid-Agonist 2-MF, 3-MF, Allylprodin, Alphaprodin, Anileridin, Buprenorphin Carfentanyl, Deltorphin (Phyllomedusa bicolor), Deltorphin I, Deltorphin II, Dermorphin, Dextropropoxyphen, Fentanyl, Levacetylmethadol, Levomethadon, Meptazinol, Methadon, Mitragynin(Kratom), MPPP, Myrrhe, O-Desmethyltramadol (Krypton), Pentazocin, Pethidin, Piritramid, Prodin, PZM21, Remifentanil, Sufentanil, Tapentadol, Tilidin, Tramadol, W-18, U-47700 Analgetika
Euphorika
Addiktiva
Morphinane
Desomorphin(Krokodil), Dihydrocodein, Heroin, Hydrocodon, Hydromorphon, Levallorphan, Levorphanol, Oxycodon
Opiate
Codein(Purple drank), Morphin, Thebain, Narcein
Schlafmohn-Zubereitungen: Blaumohn-Plörre(Mohnsaat), Opium, Opium-Tinktur, Opiumessig, Polnische Suppe
Endorphine
α-Endorphin, β-Endorphin, γ-Endorphin, σ-Endorphin

Enkephaline: Met-Enkephalin, Leu-Enkephalin
Dynorphine: Dynorphin A, Dynorphin B, α-Neoendorphin, β-Neoendorphin, Big Dynorphin

Exorphine
Casomorphine, Gliadorphine, Rubiscoline, Sojamorphine
Κ-Opioid-Agonist‎ Salvinorin A(Salvia divinorum) Dissoziativa
Opioid-Antagonist Naloxon, Naltrexon Antidot für Opioid-Agonisten
Mischkonsum mit
Cannabinoiden, Delirantia, Dissoziativa, GABAnergika, Uppern
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