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Johanniksraut kann auch in einem [[Vaporisator]] [[Verdampfen|verdampft]] werden. Hierfür benötigt es eine Temperatur von 100-150°C.
 
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Obwohl Johanniskraut kaum ernste Nebenwirkungen hat, sind die Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten oder Substanzen besonders zu beachten. Johanniskraut steht unter Verdacht die Wirksamkeit der Pille zu beeinflussen. Auch eine Kombination von Johanniskraut und Medikamenten zur Behandlung von Asthma oder mit Blutverdünnern ist kritisch zu sehen. Johanniskraut kann hier, ebenso wie bei Herzmedikamenten, den Abbau des Medikaments beschleunigen und eine Wirkung herabsetzen oder verzögern.
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Da Johanniskraut auch auf die Serotonin-Rezeptoren im Gehirn wirken kann, ist von einer gleichzeitige Einnahme oder einem Konsum mit chemischen Antidepressiva stark abzuraten.
   
 
== Eigenschaften ==
 
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Version vom 9. August 2018, 08:35 Uhr

Hypericum-perforatum-250605-1.jpg

Das Echte Johanniskraut (Hypericum perforatum), auch Echt-Johanniskraut, Gewöhnliches Johanniskraut, Durchlöchertes Johanniskraut, Hexenkraut, Tüpfel-Johanniskraut oder Tüpfel-Hartheu genannt, ist eine Pflanze aus der Familie der Hypericaceae (früher Hartheugewächse). Johanniskrautpräparate sind als natürliche Antidepressiva weit verbreitet und in vielen Drogerien erhältlich. Es war bereits in der Antike als Heilpflanze bekannt.

Risiko bei der Anwendung von Johanniskraut ist die Möglichkeit einer phototoxischen Reaktion, weshalb zwischen dem Absetzen eines Johanniskrautpräparats und Sonnenbädern bzw. Solarium-Besuchen etwa zwei Wochen liegen sollten.

Hingegen einiger Gerüchte ist Johanniskraut kein MAO-Hemmer.

Inhaltsstoffe

0,1-0,15% Hypericin, 2-4% Hyperforin, 2-4% Flavonoide, Bitterstoffe, Gerbstoffe, äther. Öl, Harz, Myristinsäure, Hyperinrot, Phytosterin, Stearin, Taraxasterol, Violaxanthin, Beta-Sitosterol, Phytosterole

Konsum

Wirkung

Johanniskraut wirkt erwiesenermaßen antidepressiv. Die Einnahme muss allerdings regelmäßig über den Zeitraum von mehreren Wochen erfolgen, bis sich die Effekte breitmachen. Eine akute Wirkung ist bei der Einnahme von Johanniskraut nicht zu erwarten. Sie tritt normalerweise nach 3-4 Wochen ein.

Beschaffung

In Deutschland gibt es so wohl freiverkäufliche wie auch apothekenpflichtige Johanniskrautpräparate. Die freiverkäuflichen sind allerdings deutlich schwächer und enthalten nur ca. 40% der therapuetischen Tagesdosis, weshalb besser zu Mitteln aus der Apotheke gegriffen werden sollte. Nicht der apothekenpflicht unterstellt ist Johanniskraut Tee, oder die pure getrocknete Pflanze.

Dosis und Konsumform

Die Dosierung eines Johanniskrautpräparats kommt auf die Stärke des jeweiligen an. Gängig ist, dass 900mg des Extraktes täglich wirksam sind.

Man kann sich auch einen Tee aus den getrockneten Kräutern machen, welcher dann mit etwa 1-2 Teelöffeln pro Tasse, 1-3 Tassen pro Tag zu dosieren ist. Das entspricht etwa 15-25g.

Üblich ist, dass der Tee über den Tag verteilt getrunken wird (das heißt eine Tasse morgens, eine abends, evtl. eine mittags). Die Extrakte können auch nur einmalig morgens eingenommen werden, wenn sie hinreichend dosiert sind.

Johanniksraut kann auch in einem Vaporisator verdampft werden. Hierfür benötigt es eine Temperatur von 100-150°C.

Wechselwirkungen

Obwohl Johanniskraut kaum ernste Nebenwirkungen hat, sind die Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten oder Substanzen besonders zu beachten. Johanniskraut steht unter Verdacht die Wirksamkeit der Pille zu beeinflussen. Auch eine Kombination von Johanniskraut und Medikamenten zur Behandlung von Asthma oder mit Blutverdünnern ist kritisch zu sehen. Johanniskraut kann hier, ebenso wie bei Herzmedikamenten, den Abbau des Medikaments beschleunigen und eine Wirkung herabsetzen oder verzögern.

Da Johanniskraut auch auf die Serotonin-Rezeptoren im Gehirn wirken kann, ist von einer gleichzeitige Einnahme oder einem Konsum mit chemischen Antidepressiva stark abzuraten.

Eigenschaften

Aussehen

Pflanze mit aufrechtem Stengel, Blätter dicht, elliptisch, sitzend, durchsichtig punktiert und entlang des Randes mit schwarzen kleinen Drüsen (Öldrüsen) besetzt. Zahlreiche gestielte gelbe Blüten in gabelig geteilten Doldenrispen.

Vorkommen

In ganz Europa vom Flachland bis zur Gebirgsstufe beheimatet. In Wiesen- und Waldbeständen.

Sammelgut

Man sammelt das blühende Kraut ohne verholzte Teile des Stengels.

Trocknung

In dünnen Schichten, rasch. Die nicht völlig trockenen Pflanzen schimmeln leicht.

Anbau

Liebt halbtrockenen, fetten Boden, lichte Standorte. Vorkommen häufig, daher Anbau nicht erforderlich.[1]

Links

Referenzen

  1. Jaroslav Kresánek: Unsere Heilpflanzen ISBN 3-7684-2222-4
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