Hydromorphinon

Hydromorphon (HDM oder HM) oder auch Dihydromorphon (nicht zu verwechseln mit Dihydromorphin) ist ein opioider Wirkstoff aus der Gruppe der Morphinane, welcher in der Medizin als starkes Analgetikum verwendet wird. Es hat etwa die 5- bis 7,5-fache analgetische Potenz von Morphin und tritt auch als Metabolit beim Abbau von Morphin und Codein im Körper auf.

Hydromorphon hat unter Drogenkonsumenten den Ruf ähnlich wirksam wie Heroin zu sein. Das Anfluten der Wirkung ist bei Dilaudid sogar schneller als bei Heroin, gleichzeitig ist auch die biologische Halbwertzeit deutlich kürzer. Auf dem Schwarzmarkt erzielt Dilaudid höhere Preise als Heroin, ist aber auch relativ selten.

Medikamentennamen von Hydromorphon sind Hydal (A), Jurnista (D, A, CH), Palladon (D, CH) und Dilaudid (USA, CDN)

Pharmakokinetik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirkung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie andere Opioide bindet Hydromorphon an die Opioid-Rezeptoren. Durch seinen strukturellen Unterschied ist es aber stärker fettlöslich als Morphin und dringt dadurch schneller durch die Blut-Hirn-Schranke. Ähnlich wie bei Heroin tritt die Wirkung deshalb unmittelbarer ein ("Flash"), insbesondere bei intravenösem Konsum. Dies wird auch mit einem erhöhten psychischem Abhängigkeitspotential in Verbindung gebracht.

Metabolisierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Morphin

Die biologische Halbwertzeit von Hydromorphon beträgt 2 bis 3 Stunden.

Hydromorphon wird in der Leber zum inaktiven Hydromorphon-3-Glucuronid abgebaut. Aus Morphin werden hingegen Morphin-3-Glucoronid (M3G) und Morphin-6-Glucuronid (M6G) gebildet. M3G ist vermutlich ebenfalls inaktiv, M6G hingegen ist ein aktives Opioid, welches nur über die Nieren ausgeschieden werden kann. In Fällen von Nierenversagen können sich deshalb M3G und M6G im Körper anreichern, was auf Dauer zu einer Opioid-Vergiftung führen kann. Hydromorphon ist deshalb in solchen Fällen zu bevorzugen. Allerdings kann auch die Anreicherung von Hydromorphon-3-Glucuronid zu negativen Wirkungen führen.

Legalität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hydromorphon ist in BtMG Anlage III des BtMG gelistet und damit illegal, sofern keine ärztliche Verschreibung mit BTM-Rezept vorliegt.

Verwandte Drogen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Morphinan Morphinan-Derivate (Morphinane)
Desomorphin Morphin Codein Dihydrocodein Thebain Heroin
Desomorphin Morphin Codein Dihydrocodein Thebain Heroin
Oxycodon Oxymorphon Naloxon Nalbuphin Etorphin Dextromethorphan
Oxycodon Oxymorphon Naloxon Nalbuphin Etorphin Dextromethorphan
Hydromorphon
Hydromorphon
Opioide (Kategorie)
Wechselwirkung Vertreter Häufige Wirkstoffgruppe
Opioid-Agonist 2-MF, 3-MF, Allylprodin, Alphaprodin, Anileridin, Buprenorphin Carfentanyl, Deltorphin (Phyllomedusa bicolor), Deltorphin I, Deltorphin II, Dermorphin, Dextropropoxyphen, Fentanyl, Levacetylmethadol, Levomethadon, Meptazinol, Methadon, Mitragynin(Kratom), MPPP, Myrrhe, O-Desmethyltramadol (Krypton), Pentazocin, Pethidin, Piritramid, Prodin, PZM21, Remifentanil, Sufentanil, Tapentadol, Tilidin, Tramadol, W-18, U-47700 Analgetika
Euphorika
Addiktiva
Morphinane
Desomorphin(Krokodil), Dihydrocodein, Heroin, Hydrocodon, Hydromorphon, Levallorphan, Levorphanol, Oxycodon
Opiate
Codein(Purple drank), Morphin, Thebain, Narcein
Schlafmohn-Zubereitungen: Blaumohn-Plörre(Mohnsaat), Opium, Opium-Tinktur, Opiumessig, Polnische Suppe
Endorphine
α-Endorphin, β-Endorphin, γ-Endorphin, σ-Endorphin

Enkephaline: Met-Enkephalin, Leu-Enkephalin
Dynorphine: Dynorphin A, Dynorphin B, α-Neoendorphin, β-Neoendorphin, Big Dynorphin

Exorphine
Casomorphine, Gliadorphine, Rubiscoline, Sojamorphine
Κ-Opioid-Agonist‎ Salvinorin A(Salvia divinorum) Dissoziativa
Opioid-Antagonist Naloxon, Naltrexon Antidot für Opioid-Agonisten
Mischkonsum mit
Cannabinoiden, Delirantia, Dissoziativa, GABAnergika, Uppern
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