Endorphine sind körpereigene Opioid-Peptide, die in der Hypophyse und im Hypothalamus von Wirbeltieren produziert werden. Endorphine dienen der Regulation von Schmerz- und Hunger-Gefühlen und werden etwa in Stresssituationen ausgeschüttet. Wie andere Opioide, können sie auch sedierend und/oder euphorisierend wirken. Im volkstümlichen Sprachgebrauch, werden sie den Glückshormonen zugerechnet.

Die Endorphine gliedern sich in:

Weitere natürlich im menschlichen Körper vorkommende Opioide, welche nicht zu den Endorphinen zählen, sind Exorphine (welche bei der Zubereitung und Verdauung bestimmter Lebensmittel entstehen) und Morphin (welches von Immunzellen produziert wird und dessen natürliches Vorkommen weit unter einer wirksamen Dosierung lieg).

Verhaltensweisen die zur Ausschüttung von Endorphinen führen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Allgemein ist bekannt das Endorphine in Stresssituationen ausgeschüttet werden und hierbei wohl den diesen Situationen ausgesetzten Menschen dabei helfen Handlungsfähig zu bleiben. Vermutlich bedingt durch die Euphorie-erzeugende Wirkung der Endorphine suchen manche Menschen solche Stresssituationen gezielt, etwa in Form von Extremsport-Arten (vgl. Adrenalinjunkies).

Weiterhin führen Sex, Orgasmen, Musik, Lachen, Liebe und der Verzehr von Schokolade zur Ausschüttung von Endorphinen[1], wobei sie hierbei wohl der belohnenden Vermittlung von Glücksgefühlen dienen.

Die Ausschüttung der Endorphine bei Schmerz wird zuweilen mit Verhaltensweisen in Verbindung gebracht, bei denen sich Menschen gezielt Schmerzen zufügen bzw. zufügen lassen. Solche Verhaltensweisen sind etwa Selbstgeißlung, Selbstverletzendes Verhalten (z.B. Ritzen), diverse masochistische Praktiken im BDSM (z.B. Auspeitschen, Spanking, Paddling) oder etwa der Verzehr scharfer Gewürze (sogenanntes Pepper high, etwa bei Chili (Capsaicinoide), Senf, Rettichen oder Pfeffer).

Weiterhin werden Endorphine häufig mit dem Runners High in Verbindung gebracht, einem speziellen Glückserleben, welches insbesondere bei sportlichen Aktivitäten wie Langstreckenlauf auftritt. Dies ist aber nicht bestätigt.

Verhaltensabhängigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Endorphine werden zuweilen mit Verhaltensabhängigkeiten in Verbindung gebracht. Die dahinterstehende These besagt, dass Verhaltensweisen, welche zur Ausschüttung von Endorphinen führen, genau so abhängig machen würden, wie die externe Zufuhr von Opioiden. Diese These ist umstritten, gerade weil viele Verhaltensweisen, die mit der Ausschüttung von Endorphinen verbunden sind, zum alltäglichen Leben dazu gehören und die meisten Menschen zu ihnen keine Verhaltensabhängigkeit entwickeln.

Allgemein lässt sich die Tendenz feststellen, dass "Verhaltensabhängigkeiten" oft dann postuliert werden, wenn eine Verhaltensweise als unmoralisch betrachtet wird. Diese Zuordnung als unmoralisch erfolgt meist aus der Perspektive von Lust-feindlichen Ideologien, wie etwa jenseitsorientierten Religionen, welche das Streben nach weltlichem Glück ("falsches Glück") generell ablehnen.

Referenzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verwandte Drogen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Opioide (Kategorie)
Wechselwirkung Vertreter Häufige Wirkstoffgruppe
Opioid-Agonist 2-MF, 3-MF, Allylprodin, Alphaprodin, Anileridin, Buprenorphin Carfentanyl, Deltorphin (Phyllomedusa bicolor), Deltorphin I, Deltorphin II, Dermorphin, Dextropropoxyphen, Fentanyl, Levacetylmethadol, Levomethadon, Meptazinol, Methadon, Mitragynin(Kratom), MPPP, Myrrhe, O-Desmethyltramadol (Krypton), Pentazocin, Pethidin, Piritramid, Prodin, PZM21, Remifentanil, Sufentanil, Tapentadol, Tilidin, Tramadol, W-18, U-47700 Analgetika
Euphorika
Addiktiva
Morphinane
Desomorphin(Krokodil), Dihydrocodein, Heroin, Hydrocodon, Hydromorphon, Levallorphan, Levorphanol, Oxycodon
Opiate
Codein(Purple drank), Morphin, Thebain, Narcein
Schlafmohn-Zubereitungen: Blaumohn-Plörre(Mohnsaat), Opium, Opium-Tinktur, Opiumessig, Polnische Suppe
Endorphine
α-Endorphin, β-Endorphin, γ-Endorphin, σ-Endorphin

Enkephaline: Met-Enkephalin, Leu-Enkephalin
Dynorphine: Dynorphin A, Dynorphin B, α-Neoendorphin, β-Neoendorphin, Big Dynorphin

Exorphine
Casomorphine, Gliadorphine, Rubiscoline, Sojamorphine
Κ-Opioid-Agonist‎ Salvinorin A(Salvia divinorum) Dissoziativa
Opioid-Antagonist Naloxon, Naltrexon Antidot für Opioid-Agonisten
Mischkonsum mit
Cannabinoiden, Delirantia, Dissoziativa, GABAnergika, Uppern
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