Als Drogentod wird der Tod in direkter oder indirekter Folge von missbräuchlichem Drogenkonsum bezeichnet. In der offiziellen Statistik werden hierbei nur Tode infolge des missbräuchlichen Konsum von illegalen Drogen erfasst, obwohl diese weit unter der Anzahl der Todesfälle infolge des Konsums legaler Drogen wie Ethanol und Tabak liegt.

Definition[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Todesursachen, welche unter dem Begriff Drogentod zusammengefasst werden, sind:

  • Tod infolge von Überdosierung, sowohl beabsichtigt als auch unbeabsichtigt. (pharmakologische Todesfälle, Letale Dosis)
  • Tod infolge langfristiger Schäden durch Drogenkonsum, also durch körperliche Schwächung, Organschäden, Infektionen (AIDS, Hepatitis C)
  • Suizid von Drogenkonsumenten, etwa infolge von Entzugserscheinungen oder einer Drogenpsychose
  • Tod durch Verkehrsunfälle infolge von Drogenkonsum

Diese Definition ist umstritten, da ein Ursache-Wirkungs-Zusammenhang nicht immer gegeben sein muss. Z.B. könnte ein Mediziner Opioide missbräuchlich zum Suizid verwenden, weil dies als eine angenehme Todesart gilt, ohne zuvor eine Drogenkarriere durchlaufen zu haben. Auch sei bei Suiziden allgemein im Nachhinein kaum feststellbar, ob der Drogenkonsum ursächlich oder nur etwa Komorbidität des Präsuizidalen Syndroms darstellt.

Prohibitionstod[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Befürworter der Legalisierung von Drogen heben oft hervor, dass Drogentode oft eher im Zusammenhang mit der Folgen der Drogenprohibition stehen. So wären Dosierungsfehler und gesundheitsschädliche Streckmittel durch das Verbot eines legal-kontrollierten Marktes bedingt und die Kriminalisierung würde oft ein Hemmnis bei der Hinzuziehung von medizinischen Rettungskräften bei der Behandlung von Drogennotfällen darstellen. Effektive Schutzmaßnahmen, wie Drugchecking, Konsumräume oder effiziente Safer Use-Aufklärung, würden von der aktuellen Drogenpolitik oft unterbunden, mit Verweis darauf, dass der Mehrschaden für wenige viele vom Drogenkonsum abschrecken würde.

Jargon-Bezeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jargon-Bezeichnungen für einen Risikokonsumenten an der Grenze zum Tod sind Lemming oder Flatliner. Flatline als Bezeichnung für den klinischen Tod leitet sich von der glatten Linie ab, als welche sich Herzstillstand im Elektrokardiogramm zeigt.

Die Redensart, den Löffel abgeben, welche ursprünglich auf mittelalterliche Mönche zurückgeht, wird unter Konsumenten von Heroin und anderen Drogen oft auf den Löffel zum Aufkochen der Drogen um interpretiert. Eine weitere Redensart ist etwa Über den Zaun springen. Bei Intravenösem Konsum von Opioiden wird vom Goldenem Schuss gesprochen.

Nah-Tod-Erfahrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Erlebnis, bei dem ein Mensch glaubt dem Tod sehr Nahe zu kommen, wird als Nah-Tod-Erfahrung bezeichnet. Dies wird aber z.T. auch auf den Ego-Tod gemünzt, bei dem der Betroffene meist nicht wirklich in Lebensgefahr schwebt.

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