Dihydrocodein

Dihydrocodein ist ein mildes Opioid aus der chemischen Familie der Morphinane.

Es wird vorwiegend als Antitussivum eingesetzt, seltener aber auch als Analgetikum oder als Substitutionsmittel bei Opioidabhängigkeit. In der Substitutionstherapie wird es zunehmend durch Methadon verdrängt.

Dihydrocodein verfügt nur über ein fünftel des analgetischen Potentials von Morphin, es ist deshalb vergleichbar mit schwächeren Opioiden wie Tramadol, Codein oder Tilidin. Wie bei allen Opioden kann sich bei Daueranwendung eine Toleranz und später eine Abhängigkeit entwickeln.

Dihydrocodein gibt es als DHC 120. Auch geringer dosierte Retard-Tabletten sind im Umlauf. Markennamen sind Codidol, Codicontin, DHC, Dehace, Paracodin und Tiamon.

Legalität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dihydrocodein ist in BtMG Anlage III gelistet und damit eine illegale Droge. Ausgenommen sind Zubereitungen ohne andere Betäubungsmittel mit weniger als 2,5% Dihdrocodein-Gehalt oder maximal 100 mg pro abgeteilter Form (berechnet zur Base). Verschreibungen zur Substitutionstherapie unterliegen allerdings in jedem Fall den Auflagen des Betäubungsmittelgesetzes.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der US-amerikanische Schriftsteller William S. Burroughs beschrieb Dihydrocodein als "Zweimal so stark wie Codein und fast so gut wie Heroin"
  • Der NSDAP-Funktionär Hermann Göring hatte bei seiner Festnahme durch die Alliierten große Mengen Dihydrocodein bei sich. In US-Gefangenschaft wurde ein Opioid-Entzug an ihm vorgenommen.

Verwandte Drogen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Morphinan Morphinan-Derivate (Morphinane)
Desomorphin Morphin Codein Dihydrocodein Thebain Heroin
Desomorphin Morphin Codein Dihydrocodein Thebain Heroin
Oxycodon Oxymorphon Naloxon Nalbuphin Etorphin Dextromethorphan
Oxycodon Oxymorphon Naloxon Nalbuphin Etorphin Dextromethorphan
Hydromorphon
Hydromorphon
Opioide (Kategorie)
Wechselwirkung Vertreter Häufige Wirkstoffgruppe
Opioid-Agonist 2-MF, 3-MF, Allylprodin, Alphaprodin, Anileridin, Buprenorphin Carfentanyl, Deltorphin (Phyllomedusa bicolor), Deltorphin I, Deltorphin II, Dermorphin, Dextropropoxyphen, Fentanyl, Levacetylmethadol, Levomethadon, Meptazinol, Methadon, Mitragynin(Kratom), MPPP, Myrrhe, O-Desmethyltramadol (Krypton), Pentazocin, Pethidin, Piritramid, Prodin, PZM21, Remifentanil, Sufentanil, Tapentadol, Tilidin, Tramadol, W-18, U-47700 Analgetika
Euphorika
Addiktiva
Morphinane
Desomorphin(Krokodil), Dihydrocodein, Heroin, Hydrocodon, Hydromorphon, Levallorphan, Levorphanol, Oxycodon
Opiate
Codein(Purple drank), Morphin, Thebain, Narcein
Schlafmohn-Zubereitungen: Blaumohn-Plörre(Mohnsaat), Opium, Opium-Tinktur, Opiumessig, Polnische Suppe
Endorphine
α-Endorphin, β-Endorphin, γ-Endorphin, σ-Endorphin

Enkephaline: Met-Enkephalin, Leu-Enkephalin
Dynorphine: Dynorphin A, Dynorphin B, α-Neoendorphin, β-Neoendorphin, Big Dynorphin

Exorphine
Casomorphine, Gliadorphine, Rubiscoline, Sojamorphine
Κ-Opioid-Agonist‎ Salvinorin A(Salvia divinorum) Dissoziativa
Opioid-Antagonist Naloxon, Naltrexon Antidot für Opioid-Agonisten
Mischkonsum mit
Cannabinoiden, Delirantia, Dissoziativa, GABAnergika, Uppern
Nutzung von Community-Inhalten gemäß CC-BY-SA, sofern nicht anders angegeben.