Abstinenz (lateinisch abstinere ‚sich enthalten‘, ‚fernhalten‘) bezeichnet die Enthaltsamkeit von bzw. den Verzicht auf eine Sache.

Im Drogenkontext meint es meist den Verzicht auf Drogen, wobei meist unklar ist, welche Drogen hierbei mit einbezogen werden (häufig sind etwa Coffein und Cacao nicht inbegriffen). Häufiges Synonym für Abstinenz ist "clean" sein (Englisch für "sauber") oder speziell bei Ethanol "trocken".


Für kurze Zeiträume spricht man auch von Nüchternheit. Punktnüchternheit meint die Fähigkeit zu einem bestimmten Zeitpunkt frei von der Wirkung von Rauschmitteln zu sein und gilt als Indiz für einen kontrollierter Konsum bzw. gilt oft im Negativen der Verlust der Punktnüchternheit als Indiz für einen nicht mehr selbst kontrollierbaren Konsum. Mittelfristige Phasen von Verzicht werden oft als Fasten, Karenzzeit bzw. Karenz oder als Konsumpause bezeichnet.

Das Auftreten spezifischer Krankheitssymptome nach dem Absetzen einer Droge wird Abstinenzsyndrom genannt und definiert die körperliche Abhängigkeit von dieser Droge.

Abstinenzparadigma[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Abstinenzparadigma wird bei Drogen die Auffassung bezeichnet, nach der nur völlige Abstinenz von Drogen angestrebt werden dürfe und entsprechend Drogenpolitik und Drogentherapien ausgerichtet werden müssen.

Das Abstinenzparadigma steht im Gegensatz zum Akzeptanzparadigma (auch als "Harm reduction", also Schadensminimierung, bezeichnet), welches den Drogenkonsum als Gegebenheit anerkennt und versucht dessen schädlichen Effekte zu reduzieren.

Vertreter des Abstinenzparadigmas lehnen Maßnahmen im Sinne des Akzeptanzparadigmas häufig ab, weil sie die schädlichen Effekte von Drogenkonsum oft als ein legitimes Mittel zur Abschreckung betrachten. Es werden meist sogar Maßnahmen befürwortet, welche zusätzliche schädliche Effekte für die Konsumenten bedeuten, etwa die Kriminalisierung des Drogenbesitz (eines sogenannten Opferlosen Verbrechens) oder etwa während der Ethanol-Prohibition das Vergiften von Industrie-Ethanol um es für den Rauschkonsum unbrauchbar zu machen.

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